So wertvoll sind strategische Partnerschaften im Gastgewerbe: Was Corfu Beer alles bewirkt

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Hinter erfolgreichen Persönlichkeiten steht häufig ein starkes Team, und dasselbe Prinzip gilt auch für florierende Unternehmen. Ihr Erfolg stützt sich nicht zuletzt auf die Mitarbeiter, die Zulieferer und die strategischen Partner.

Vor Kurzem stieß ich auf eine unabhängige Brauerei, Corfu Beer, deren Sitz sich an der beschaulichen Nordwestküste Korfus befindet. In dem winzigen Dorf Arillas könnte man den Betrieb leicht übersehen – also zumindest das Gebäude. Denn die Auswirkungen, die das Unternehmen auf andere hat, sind fern und nah zu spüren. Der Einfluss von Corfu Beer reicht nämlich weit über Arillas hinaus, über ganz Korfu und sogar bis aufs europäische Festland. Das Geheimnis ihres Erfolgs? Hinter der Brauerei steht eine große Vision, die mithilfe strategischer Partnerschaften umgesetzt wird.

In diesem Post erfahren Sie, wie Sie sich das Erfolgsrezept von Corfu Beer für Ihr Unternehmen zunutze machen können.

Strategische Partnerschaften beginnen mit einer klaren Zielsetzung

Wenn ich an das Team von Corfu Beer denke, fallen mir vor allem zwei Attribute ein: Leidenschaft und Integrität. Diese Menschen lieben es einfach, gutes Bier zu brauen. Und dieser Leidenschaft sind sie bis heute treu geblieben: Was sie einst zusammenbrachte, treibt sie auch heute noch an.

Sie wollten etwas bewirken.

Vor nicht allzu langer Zeit litten Korfu, ganz Griechenland und weite Teile Europas unter den wirtschaftlichen Zwängen einer Rezession. Viele verloren ihren Job und praktisch jeder musste den Gürtel enger schnallen. Um der lokalen Wirtschaft wieder etwas Auftrieb zu verleihen, wagten die beiden Bierliebhaber Spiros und Thanasis Kaloudis einen mutigen Schritt:

Sie gründeten eine Brauerei in einem kleinen Dorf – und das in Griechenland, das eher für Spirituosen als für gutes Bier bekannt ist.

Warum? Um Menschen aus der Umgebung einen Job geben zu können und die lokale Wirtschaft über Wasser zu halten – indem sie einfach ihrer Leidenschaft nachgingen.

Genau das ist ihnen gelungen. Spiros und Thanasis Kaloudis waren mit ihrer Brauerei trotz der schwierigen Wirtschaftslage erfolgreich und ernteten zunächst in der näheren Umgebung einige Anerkennung. Dann begannen sie, ihr Liefergebiet gezielt über die gesamte Region der Ionischen Inseln auszuweiten – und darüber hinaus. Während die Brauereigründer sich immer höhere Ziele steckten und ihr Vertriebsgebiet bewusst ausdehnten, entwickelten sie eine starke Unternehmensvision (und organisierten ganz nebenbei noch ein ziemlich zünftiges Bierfestival).

Ihre Vision:

„… die Tourismussaison auf Korfu über den Sommer hinaus bis in den Oktober auszudehnen … und damit zur Unabhängigkeit der lokalen Wirtschaft unserer Insel beizutragen.

Außerdem möchten wir für die Partnerländer eine einzigartige Möglichkeit zur Vernetzung und zum gegenseitigen Austausch schaffen.“

Wie strategische Partnerschaften zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit führen

In Griechenland – einem Land, in dem sich die Touristenzahlen ganz nach der gängigen Annahme richten, wann die beste Reisezeit ist – kann eine Verlängerung der Tourismussaison weitreichende Konsequenzen haben. Mit jeder zusätzlichen Woche, in der Reisende mit Bedarf an Unterkunft, Verpflegung und Transport an die malerischen Strände strömen, erhält die lokale Wirtschaft eine erhebliche Finanzspritze.

Um ihr Ziel zu erreichen und den Zustrom von Touristen (und Geld), den Korfu während der Sommermonate erfährt, zu verlängern, hatten Spiros und Thanasis Kaloudis die Idee, ein Bierfestival Anfang Herbst auszurichten. Somit hätten die Reisenden immer noch gutes Wetter und erhielten den zusätzlichen Anreiz des Bierfestivals – ein Erlebnis, das sie nicht im Sommer genießen könnten.

Und damit gelang es einer winzigen Brauerei in einem kleinen Inseldorf, genügend Besucher anzuziehen, um die Wirtschaft der größten Insel der Region positiv zu beeinflussen – und das außerhalb der Hochsaison.

Wie? Indem sie strategische Partnerschaften eingingen mit lokalen und ausländischen Marken, die eine ähnliche Ideologie vertreten, und indem sie jede Möglichkeit zur Cross-Promotion nutzten, die solche Partnerschaften bieten.

Im ersten Jahr nach der Gründung suchte sich Corfu Beer bayerische Brauereien sowie große deutsche Gastronomiebetriebe und Entertainer als Partner. Das Jahr darauf ging man Partnerschaften mit den Stars der britischen Gastronomie-, Bar- und Musikszene ein. Dieses Jahr werden italienische Brauer, Köche und Künstler zum Festival eingeladen, die den Festivalbesuchern die Leidenschaft Italiens für gutes Essen und Trinken näherbringen sollen.

Was genau ist eigentlich eine strategische Partnerschaft?

Strategische Partnerschaften sind geschäftliche Beziehungen, die verschiedene Markenunternehmen miteinander eingehen. Im Fall von Corfu Beer lief es folgendermaßen ab: Spiros und Thanasis Kaloudis wandten sich gezielt an Unternehmen mit ähnlicher Firmenphilosophie, die die gleichen Ziele verfolgten und den Brauereigründern mit Marketingkooperationen dabei helfen konnten, ihre Vision umzusetzen. So gelang es Corfu Beer, die eigene Marke und Region effektiver zu vermarkten.

Mithilfe von strategischen Partnerschaften können Unternehmen wie Corfu Beer ein breiteres Publikum erreichen, indem beide Partner das Marketingpotenzial des jeweils anderen nutzen und Initiativen gemeinsam umsetzen. Außerdem bereichert die Partnerschaft das Angebot der jeweiligen Marken für die Kunden. Letztlich ist ein Unternehmen mit solchen strategischen Partnerschaften nicht länger allein auf die eigenen Marketingkanäle und -möglichkeiten angewiesen, sondern kann zusätzlich die der Partner nutzen.

Möchten Sie jetzt auch wissen, wie Sie strategische Partnerschaften für Ihr Unternehmen aufbauen können?

Der erste Schritt: Die Ziele abstecken

Strategische Partnerschaften beginnen mit einer gemeinsamen Vision. Letztlich hängen sie davon ab, dass beide Partner ein gemeinsames Ziel teilen.

Die Vision von Corfu Beer bestand darin, die Tourismussaison der Region zu verlängern, und indem die Brauerei ihre strategischen Partnerschaften im Hinblick auf dieses Ziel auswählte, konnten sie es erreichen: Das Corfu Beer Festival lockt etwa 10.000 Besucher auf eine Insel, die laut HVS (einem renommierten Consulting-Unternehmen im Bereich Hotel- und Gastgewerbe) insgesamt über etwa 44.000 Hotelbetten verfügt. In einer Jahreszeit, in der die Hotels normalerweise in den Winterschlaf gehen würden, ist das eine ziemlich beachtliche Zahl.

Was können Sie als Hotelier daraus lernen? Setzen Sie sich einmal intensiv mit Ihrem Standort auseinander. Was können Sie, Ihre Stadt oder Region und die anderen lokalen Unternehmen gemeinsam bieten, verbessern, schützen oder bewerben? Bestehen in Ihrer Gegend irgendwelche Hemmnisse für den Tourismus? Gibt es lokale Ereignisse, Spezialitäten oder andere örtliche Merkmale, die aus welchen Gründen auch immer keine oder nur wenige Besucher anziehen? Was könnten Sie mithilfe von Cross-Promotion bewerben? Für welches Ziel könnten Sie Marketingkooperationen nutzen? Analysieren Sie Ihre kulturellen, sozialen und umweltbezogenen Umgebungsfaktoren und bestimmen Sie den Aspekt, den Sie in Angriff nehmen möchten. Das ist Ihr Ausgangspunkt.

Jetzt müssen Sie noch Ihre strategischen Partner finden.

Partnerschaften aufbauen

Um den lokalen Tourismus zu fördern, ging Corfu Beer zunächst strategische Partnerschaften mit den Unternehmen ein, die für dieses Ziel am relevantesten waren. Für Spiros und Thanasis Kaloudis bedeutete dies, andere Brauereien aus Ländern mit starker Bierkultur zu einem Bierfestival einzuladen.

Für das mittlerweile dritte Bierfestival kooperiert Corfu Beer mit einer ganzen Heerschar aus Händlern, kleinen Unternehmen, Künstlern, Hotels, Transportdienstleistern, Gastronomiebetrieben, Firmen der Unterhaltungsbranche und Tourismusanbietern – denn was wäre ein Festival ohne Essen und Unterhaltung?

Und die strategischen Partnerschaften der Brauerei bilden das Fundament für den Erfolg des Festivals, denn sie arbeitet mit Unternehmen zusammen, die zur Markenidentität von Corfu Beer passen und ähnliche Ziele verfolgen. Die Partnerschaft geht jedoch noch weiter: Die Brauerei stärkt ihre Partner, gewährt ihnen Zugriff auf die eigenen Medienkanäle und unterstützt sie auf alle möglichen Arten.

Sie und Ihr Hotel können das Gleiche tun

Am besten beginnen Sie damit, die Unternehmen in Ihrem Umfeld genauer unter die Lupe zu nehmen, insbesondere im Hinblick auf Ihre abgesteckten Ziele im Bereich der Förderung der lokalen Wirtschaft, der Vermarktung Ihrer Region oder von gewerblichen Aspekten. Als nächstes sollten Sie branchenspezifische Gruppen wie Hotel-, Tourismus- und Gastgewerbevereinigungen recherchieren. Bestimmen Sie die Unternehmen und Gruppen, die Ihrer Marke und Vision am besten entsprechen – mit denen sollten Sie als erstes Kontakt aufnehmen. Zuvor sollten Sie allerdings noch die Kosten und Vorteile der Partnerschaft berechnen, bevor Sie andere Gruppen ins Boot holen.

Abschließende Bemerkungen

Bei einer Unterhaltung mit Braumeister Klaudio wurde mir klar, dass das Bierfestival all das verkörpert, wofür Corfu Beer steht. Es erzeugt Jobs für die Einheimischen, fördert internationale Beziehungen durch strategische Partnerschaften und verlängert die Tourismussaison der Region – somit schafft dieses Festival alles, was die Brauerei erreichen wollte.

Analysieren Sie Ihre Vermögenswerte und denken Sie über die Türschwelle Ihres Hotels hinaus. Indem Sie Ihren Stadtteil oder Ihre Region unterstützen, andere Unternehmen stärken und über die Landesgrenzen hinausgehen, können auch Sie mehr Besucher anziehen und sogar die eigene Wirtschaft beeinflussen.

Sie haben noch Fragen zur Bedeutung von strategischen Partnerschaften für Ihr Unternehmen? Dann lassen Sie uns darüber sprechen – unten im Kommentarbereich.

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