Mit klugem Marketing in der Nebensaison zu mehr Buchungen 2017

Wie wohl viele Hoteliers bereits am eigenen Leib erfahren mussten, können saisonale Schwankungen ein ziemliches Ärgernis im Hotelgewerbe darstellen. Egal, wie sehr man sich bemüht, das Gästeaufkommen in seinem Hotel über das ganze Jahr hinweg einigermaßen konstant zu halten – es gibt immer ein paar beunruhigend ruhige Monate.

In meinem letzten Blogeintrag, 5 Hotelmarketing-Ideen für die Nebensaison, um Ihre Herbstkampagnen aufzupeppen, habe ich einige Tipps dazu gegeben, wie Hoteliers auch während des traditionell eher mauen Herbstes erfolgreich sein können. Nun melde ich mich zurück, um Ihnen auch über die kalten Wintermonate zu helfen.

Verfallen Sie auf keinen Fall in einen Winterschlaf, in dem Sie Ihre Marketingbemühungen ruhen lassen! Schließlich sind wir in diesem Geschäft äußerst zäh und Durchhaltevermögen zahlt sich ja in der Regel auch aus. Und falls es Sie tröstet: Das Hotelgewerbe ist nicht die einzige Branche, die im Winter mit einer Flaute zu kämpfen hat. Auch andere Wirtschaftszweige müssen in den kalten Monaten einen gewissen Einbruch der Geschäfte hinnehmen.

Um das winterliche Tief gut zu überstehen, gehen Sie als cleverer Hotelier folgendermaßen vor: Anstatt über sinkende Gästezahlen zu lamentieren, nutzen Sie lieber die Gelegenheit, die Alleinstellungsmerkmale Ihres Hotels hervorzuheben, ein breiteres Publikum zu erreichen und Ihren Service sowie Ihre Reputation zu verbessern.

Überdenken Sie Ihre Zielgruppe

Auch wenn es sich bei Ihren Stammgästen beispielsweise zum größten Teil um Familien mit Kindern handelt und Sie mit dieser Zielgruppe ganz zufrieden sind – wenn Sie einen Rückgang der Buchungen verzeichnen, ist es vielleicht an der Zeit, sich verstärkt auf andere Arten von Reisenden zu konzentrieren.

Wenn Sie sich in der Nähe des Stadtzentrums befinden oder einige besondere Services für Unternehmen bieten, richten Sie Ihre Online-Aktivitäten doch verstärkt auf Geschäftsreisende aus. Sie könnten zum Beispiel Sonderpaketpreise für Konferenzen oder geschäftliche Veranstaltungen anbieten. Auch Rabatte für Gruppenbuchungen können Organisatoren von Fachtagungen oder Geschäftsveranstaltungen auf Ihr Haus aufmerksam machen.

Vielleicht befindet sich Ihr Hotel aber auch in der Nähe eines Winterfreizeitparks? Dann könnten Sie spezielle Angebote für Aktivurlaub im Schnee anbieten und bewerben. Ihr Zielpublikum wären dann abenteuerlustige junge Erwachsene, die im Urlaub gern etwas Neues erleben. Solche Reisende könnten sich zum Beispiel über einen Drei-Tage-Kurzurlaub freuen, was sie in dieser Jahreszeit zu einer idealen Zielgruppe für Ihr Hotel macht.

Eine andere Möglichkeit wäre es, den Fokus auf die Babyboomer der 1950er- bis 1960er-Jahre oder auf eine andere Altersgruppe ohne jüngere Kinder zu legen. Diese Reisenden sind nämlich bei der Urlaubsplanung nicht auf die langen Schulferien im Sommer beschränkt, sondern können genauso gut im Winter verreisen.

Mit den Services, die Sie bieten können, haben Sie das Zeug dazu, eine ganz neue Zielgruppe anzulocken – dazu müssen Sie nur neu überlegen, welche Art von Gästen Sie ins Auge fassen möchten und wo deren Bedürfnisse und Wünsche liegen. 

Machen Sie die Einheimischen zu Geschäftspartnern – oder zu Gästen

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Sie die Einheimischen in Ihre Bemühungen zur Belebung des Wintergeschäfts einbinden können. Zum einen könnten Sie mit ansässigen Unternehmen und Tourismusagenturen zusammenarbeiten, um Ressourcen zu bündeln und Marketinginitiativen gemeinsam durchzuführen – was für beide Seiten von Nutzen sein kann. Schließlich befinden sich die örtlichen Geschäfte, Gastronomiebetriebe und Dienstleister im Winter in einer ganz ähnlichen Lage wie Sie, insbesondere, wenn sich Ihr Hotel in einer beliebten Urlaubsregion befindet. Von daher dürfte das Ziel, Reisende während der kalten Monate in die Region zu locken, auch für diese Unternehmen ziemlich erstrebenswert klingen. Aber egal, ob Sie gegenseitig die Services des jeweils anderen bewerben oder gemeinsam Aktivitäten organisieren – stellen Sie sich darauf ein, einiges an Energie in diese Partnerschaften zu investieren, denn solche Geschäftsbeziehungen bedeuten immer auch Arbeit.

Aber auch auf andere Weise können Sie die Einheimischen in Ihre Winterkampagnen einbinden, nämlich indem Sie sie zu besonderen Gästen machen. Ihre Nachbarn könnten zu einer nicht zu verachtenden Einnahmequelle für Ihr Hotel werden, wenn es Ihnen gelingt, sie in Ihr Restaurant, Ihre Bar oder in Ihren Fitness- bzw. Wellnessbereich zu locken. Also unterbreiten Sie den Einheimischen exklusive Angebote, die ihnen zeigen, dass Sie sie wertschätzen, und erinnern Sie sie bei Gelegenheit daran, dass Ihr Hotel auch gerne als Veranstaltungsort für Feiern oder besondere Anlässe dient.

Holen Sie sich Feedback

Wahrscheinlich ist Ihnen bereits bewusst, wie wichtig die Online-Reputation für Ihr Hotel ist. Letztlich kann sie ausschlaggebend dafür sein, wie viele Buchungen Sie erzielen. Und bestimmt haben Sie auch schon festgestellt, wie schwierig und zeitaufwendig es ist, Bewertungen zu verwalten. Also nutzen Sie die winterliche Flaute dazu, Ihre während der Hauptsaison mit E-Mail-Adressen gefüllte Datenbank durchzugehen und ehemalige Gäste um Bewertungen zu bitten. Die Gäste sind jetzt wahrscheinlich auskunftsfreudiger als während des Urlaubs, als sie noch rund um die Uhr mit Entspannen beschäftigt waren – Ihre Chancen auf eine Antwort stehen demnach gar nicht so schlecht.

Also schicken Sie Ihren ehemaligen Hotelgästen eine E-Mail, in der Sie um eine Bewertung bitten. Da die Menschen natürlich manchmal zu beschäftigt sind, um sich für solche Umfragen Zeit zu nehmen, könnte es sinnvoll sein, einen kleinen Anreiz zu setzen (z. B. in Form eines Wettbewerbs, Rabatts oder Geschenks). Auch wenn Sie vielleicht das Gefühl haben, dass gerade nicht der richtige Zeitpunkt für Sie ist, um Sonderangebote zu verschleudern, glauben Sie mir: Positive Bewertungen für Ihr Hotel können Gold wert sein, denn Reisende lassen sich bei der Hotelwahl beinahe ausschließlich von Gästebewertungen leiten.

Außerdem können Sie jetzt, da Ihre Mitarbeiter weniger eingespannt sind und mehr Kapazitäten übrig haben, auch auf Bewertungen eingehen, die Sie im Trubel der Hauptsaison vielleicht übersehen haben. Wenn Sie die Verwaltung Ihrer Online-Reputation nicht ausgelagert haben, sollten Sie die beliebtesten (oder am besten alle) Webseiten für Hotelbewertungen prüfen und jede noch so kleine Information darauf zu Ihrem Vorteil nutzen. Finden Sie heraus, was die Gäste an Ihnen schätzen, und stellen Sie es online heraus; recherchieren Sie, was die Gäste an Ihrem Service verbesserungswürdig finden, denn mithilfe dieses Wissens können Sie Ihre Reputation richtig aufpolieren.

Und? Gehen Sie jetzt gelassener in die Nebensaison?

Auch wenn Sie noch nicht ganz glauben können, dass Sie die Internetpräsenz Ihres Hotels und damit auch Ihre Online-Buchungen in den Wintermonaten durchaus aufbessern können, erkennen Sie nun bestimmt das Marketingpotential dieser Jahreszeit. Natürlich müssen Sie nicht alle Tipps dieses Blogeintrags sofort umsetzen, denn schließlich hat jedes Hotel seine eigenen Stärken und Schwächen, und wahrscheinlich wissen Sie am besten, wo die Ihres Hauses liegen. Beginnen Sie also sinnvollerweise bei den Vorschlägen, die Ihren Bedürfnissen am besten entsprechen, und arbeiten Sie sich dann zu den anderen vor.

Ich bin ziemlich zuversichtlich: Wenn Sie diese Ratschläge befolgen, können Sie auch in der Nebensaison mehr Reisende erreichen. Und gleichzeitig schaffen Sie eine Art Schutzvorkehrung gegen saisonale Einbrüche bei den Gästezahlen, womit Sie Ihr Geschäft langfristig stärken. Also: Auch wenn Sie wohl nie dafür sorgen können, dass Ihr Hotel im Winter so ausgebucht ist wie in der Hauptsaison, können Sie die kalte Jahreszeit definitiv gut überbrücken und der frostigen Stille trotzen.

 

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